Fakten gegen Vorurteile
Wir möchten einigen Vorurteilen mit Fakten begegnen.

Rassistische Vorurteilsbildung in Texten und Bildern

Viele Texte, Abbildungen und Berichte enthalten versteckt oder offen eine diskriminierende oder rassistische Botschaft. Oft sind es nicht direkte Beleidigungen gegen bestimmte Gruppen von Menschen, die die Medienlandschaft prägen, sondern häufiger sind es raffiniert verdeckte Formen von Rassismus und Antisemitismus. Auch in sozialen Netzwerken ist dies immer wieder zu beobachten.

In Anlehnung an Hinweise und Fragen aus dem Baustein zur nicht-rassistischen Bildungsarbeit können folgende Hinweise und Fragen eine Hilfestellung sein, diese Diskriminierungen nicht nur in Texten und Bildern der klassischen Medien, sondern auch in Beiträgen und Kommentaren in sozialen Netzwerken besser zu erkennen.

Die Fragen haben ihren Schwerpunkt im Bereich von Diskriminierungen aufgrund der Herkunft oder äußerlicher Merkmale, lassen sich aber auch auf andere Gruppenzuschreibungen (sexuelle Orientierung, Geschlecht etc.) übertragen

 Darstellungen in Texten und Abbildungen befragen 

  • Wie werden Deutsche, wie werden MigrantInnen dargestellt und bewertet?
  • Wie werden Weiße, wie werden People of Color dargestellt und bewertet?
  • Wird die deutsche / westliche Kultur als die einzig erstrebenswerte dargestellt?
  • Werden die Bedürfnisse, Interessen, Belange von Mehrheit und Minderheit gleichermaßen dargestellt?
  • Wer hat Probleme? Wer gilt als Problem?
  • Werden Verhaltensweisen verallgemeinert? Welche? Wie?
  • Wird die Minderheit an anderen Ansprüche gemessen als die Mehrheit?
  • Werden Minderheiten in einer aktiven oder nur in einer passiven Rolle dargestellt? Wie ist das bei der Mehrheit?
  • Werden die Personen nur als Masken dargestellt, oder ist auch ihre Individualität zu erkennen? Gibt es in der Darstellung einen Unterschied zwischen Deutschen und MigrantInnen, Weißen und Schwarzen, Juden und Nicht-Juden oder Männern und Frauen?
  • Welche Menschen werden den BetrachterInnen sympathisch, welche unsympathisch dargestellt?
  • Wie sehen Begegnungen zwischen Gruppen bzw. GruppenrepräsentantInnen aus – konfliktreich, dynamisch, utopisch, ...?
  • Gibt es negative Zuschreibungen? Wenn ja, gegen wen richten sie sich?
  • Steht die Darstellung in einem aktuellen politischen Bezug? Soll mit ihr etwas erreicht oder begründet werden?
  • Wo wurde die Darstellung veröffentlicht? Steht diese Zeitung / Zeitschrift bzw. der Verlag für eine bestimmte politische Richtung?
  • Werden Worte verwendet, die negativ „aufgeladen“ sind?

 (Zusätzliche) Fragen zur Analyse von Bildern und Karikaturen 

  • Was stellt das Bild dar und was fällt besonders auf?
  • Welche Reaktionen löst die Karikatur beim Betrachter aus?
  • Gibt es bildliche Stereotype (großnäsige Juden, kulleräugige Schwarze, finstere Türken, athletische Schwarze, verdächtige Roma, ...)?
  • Werden Gesichtszüge oder Gesten ins Animalische übersteigert? Bei wem?
  • Welche Symbole werden verwendet und welche Bedeutung haben sie?

Eine gute Hilfestellung zur diskriminierungssensiblen Sprachgebrauch liefert auch der Glossar der neuen deutschen Medienmacher.

Gefördert durch

  • Bundeszentrale für politische Bildung
  • Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport
  • IG Metall