Fakten gegen Vorurteile
Wir möchten einigen Vorurteilen mit Fakten begegnen.

Wie ist die medizinische Versorgung von Flüchtlingen geregelt?

Die medizinische Versorgung von Geflüchteten in unsicherem Aufenthalt wird durch das Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) geregelt. Es umfasst zahlreiche Einschränkungen gegenüber einem regulären Krankenversicherungsschutz. Diese Einschränkungen gelten mindestens für die ersten 15 Monate des Aufenthaltes in Deutschland, gegebenenfalls aber auch darüber hinaus. Frühestens nach 15 Monaten können Flüchtlinge Krankenleistungen wie in der gesetzlichen Krankenversicherung erhalten.
Die massiven Einschränkungen in der medizinischen Versorgung ist einer der zentralen Gründe, warum Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes fordern und die Leistungsgewährung nach den bestehenden Sozialgesetzbüchern.

Mit der Einführung der Gesundheitskarte für Geflüchtete in Thüringen am 01.01.2017 müssen nur noch sehr wenig medizinische Leistungen vom Sozialamt genehmigt werden (siehe Leistungsbereich C im Anhang der Rahmenvereinbarung). Zuständig für die Gesundheitsversorgung sind die Sozialämter. In der Praxis besteht allerdings immer noch ein uneinheitliches Vorgehen der Sozialämter. Es werden nicht alle erforderlichen medizinischen Leistungen gewährt. Ein ungehinderter Zugang zu medizinischer Versorgung ist daher dringend notwendig.

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Zuletzt geändert: vor 2 Monate, 2 Wochen
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Gefördert durch

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