Fakten gegen Vorurteile
Wir möchten einigen Vorurteilen mit Fakten begegnen.

Können Flüchtlinge ihre Familien in die Bundesrepublik nachholen?

Es gibt viele Gründe warum sich Menschen auf die Flucht begeben. Oftmals wagt nur ein Familienmitglied den gefährlichen und teuren Fluchtweg in der Hoffnung, die Familienangehörigen – oft Ehefrauen und Kinder – auf legale und sichere Weise nachholen zu können. Auch für Geflüchtete sind die Möglichkeiten, den Kontakt zur eigenen Familie und zu Freunden über Internet und Smartphone zu halten, heute einfacher als vor ein paar Jahren. Für eine gelungene Integration ist es aber Grundvoraussetzung die eigene Familie bei sich in Sicherheit zu wissen und nicht jeden Tag damit beschäftigt zu sein sich Sorgen um sie machen zu müssen.

Schutzberechtigte, denen der Flüchtlingsschutz oder die Asylberechtigung zuerkannt wurde, können ihre Ehepartner*innen und minderjährige Kinder nach Deutschland holen. Mitunter dauert es aber sehr lange bis Geflüchtete ihre Familien wirklich nachholen können. Für den priviligierten Familiennachzug (keine Nachweise über die Lebensunterhaltssicherung und ausreichenden Wohnraum nötig) muss das schutzberechtigte Familienmitglied innerhalb von drei Monaten nach Zustellung des Bescheides über den Asylantrages einen Antrag auf Familienzusammenführung stellen. Erst danach können die Familienmitglieder zu einer deutschen diplomatischen Vertretung gehen und ein Visum beantragen. Die Bearbeitungszeiten können nach Angaben der Bundesregierung über ein Jahr liegen.

In machen Ländern wie zum Beispiel Syrien gibt es aktuell keine deutsche diplomatische Vertretung, bei der ein Visum beantragt werden kann. Somit müssen die Familienangehörigen für die Visumsbeantragung in ein Nachbarland wie die Türkei, Jordanien oder den Libanon reisen. Seit Juni 2016 hat das Auswärtige Amt zusammen mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) eine Kooperation, um die Vorbereitung der Unterlagen besser zu organisieren und damit die Bearbeitungszeiten zu verkürzen.

Insbesondere aus den drei Hauptfluchtländern sind entsprechend auch die Familiennachzüge gestiegen. So z.B. kamen 2015 aus Syrien rund 16.000 Familienangehörige (2013: 860), aus dem Irak waren es ca. 1.800 (2013:818) und aus Afghanistan 918 (2013: 483) Menschen die über den Familiennachzug ein Visum bekommen haben. Etwa die Hälfte der Nachziehenden waren Kinder.

Durch das Asylpaket II wurde für subsidiär Schutzberechtigte der Familiennachzug bis März 2018 ausgesetzt. Am 01.02.2018 beschloss der Bundestag den Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte bis 01. August 2018 auszusetzen und danach ledlich 1000 Menschen pro Monat plus Härtefällen den Nachzug zu erlauben. Infolgedessen klagen viele subsidiäre Schuzberechtige vor Gericht, um die Anerkennung als Flüchtling und einen Rechtsanspruch auf Familiennachzug zu erhalten.

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Zuletzt geändert: vor 3 Monate, 2 Wochen
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